XXIX Theaterfestival in Málaga
Im Zusammenhang mit Málaga haben wir ja schon zu anderen Gelegenheiten hervorgehoben (und wenn wir es nicht getan haben, dann tun wir es jetzt), dass sich die Stadt als unanfechtbares Reiseziel für den so genannten kulturellen Tourismus behauptet (und dies ebenso, wie es auch dem einfachen Reisenden gefällt) und hiermit der andalusischen Hauptstadt Sevilla diesen Platz streitig macht, mit seinen Traditionen und spektakulärem künstlerischen Erbe. Eine gute Kostpobe davon ist das XXIX Theaterfestival von Málaga, welches über einen Monat lang und mitten im Winter, vom 13. Januar bis zum 11. Februar, auf den Bühnen des Theaters Cervantes und des Brudertheaters Echegaray die neuesten, zeitgenössischen Produktionen zeigen wird, einige der Besten die für die Bretter geschrieben wurden. Auch wenn ein paar der Vorführungen keine absoluten Premieren sind, mindert dies nicht die künstlerische Qualität der für dieses Festival ausgewählten Stücke.

Es gibt Produktionen für alle Geschmäcker und das Empfehlenswerteste ist ein Abonnement. Auch wenn ich mich hier subjektiv zeige, wird mir mein geduldiger Leser sicher erlauben, dass ich ihm einige Stücke besonders nahe lege. Zum Beispiel den Molog “Mujeres de Shakespeare” von Rafael Álvarez, “El Brujo” über einen Text des Gurus der westlichen Kritik Harold Bloom “La invención de lo humano“, ein Auszug des unverzichtbaren “El canon occidental”. Abgesehen von der vermeintlichen Informationsverbreitung mit der er beworben wird, können wir die dramatische Stärke nicht auβer Acht lassen, welche der erfahrene Schauspieler dem Essay des gebildeten Nordamerikaners gibt, der Shakespeare für den Erschaffer (im künstlerischen Sinne des Begriffes) alles Menschlichen hält. Von dem englischen Barden wird eine neue Version des “Macbeth” zu sehen sein, ein klassisches Werk das gleichzeitig absolut aktuell und zeitgenössisch ist und so viele Lesarten zulässt, wie es Produzenten gibt auf diesem Planeten. Nicht für alle Sensibiliäten ist “No amanece en Génova” von Trasto Teatro, eine harte Erzählung über die schrecklichen Taten der diktatorischen Regime, egal welcher Ideologie sie zugeordnet werden.
Im Saal des alten Kinos Echegaray kann man “ André y Doraine” sehen, eine avantgardistische Produktion des gestischen Theaters (welches der modernen Performance sehr nahe kommt), in dem suggestive Masken gebraucht werden um der Idee der jungen Kompanie Kulunka, die eindeutigen Sieger der 2011er Edition des Festivals Be Birmingham, eine dramatische Potenz zu verleihen. Das klar für die ganze Familie entworfene Angebot ist die Inszenierung der Zirkusshow “Banagan”, auch wenn sie ein wenig spät stattfindet (neun Uhr Abends).
Aber das Festival ist nicht nur reines und pures Theater allein, die Organisation hat ebenso Gespräche, Podiumsdiskussionen, Workshops und andere Aktivitäten auf das Programm gestellt. In diesem Sinne ist das Hauptgericht dieses immensen Banketts ohne Zweifel das Podiumsgespräch mit Fernando Arrabal. Er ist Dramaturg, visueller Poet, künstlerischer Unruhestifter und Erschaffer des Teatro Pánico, das eine Dramatik prägt die ihre Wurzeln im surrealistischen Theater Europas findet. Hier der Link mit dem offiziellen und kompletten Programm des Festivals, wo der interessierte Reisende oder der begeisterte Ortsansässige alle Information und mehr finden kann zu den verschiedenen Stücken auf dem Programm: http://www.teatrocervantes.com/public/uploads/file/descargas/86pro_FTM_12.pdf
Ja, und dieses Datum zum Anlass nehmend kann man die schöne, mediterrane Hauptstadt besuchen. Vergeβt nicht vorher eines der appartments in Malaga zu reservieren.
Übersetzt: Grete Tal
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Übersetzt: Heloise Battista








Elena Alvarez





